Ambulanter Hospizdienst der Diakoniestiftung feiert 20. Gründungstag – Segnung neuer Begleiterinnen

Sterben, Tod und Trauer

Mit neun Sterbebegleitungen hat der ambulante Hospizdienst im Jahr 2002 seine Arbeit in der Region begonnen. Mittlerweile werden jährlich etwa 130 Begleitungen gezählt. Das heißt, diesen Menschen beim Sterben beizustehen, sie regelmäßig zu besuchen, ihnen Stütze, Ratgeber und Zuhörer zu sein - Leid mitzutragen.

"Wir werden ins Krankenhaus oder ins Seniorenzentrum gebeten, von Menschen gerufen, wenn sie eine schlimme Krankheit diagnostiziert bekommen oder von Angehörigen um Unterstützung gebeten. Manchen Sterbenden besuchen wir einmal, andere Begleitungen laufen über Wochen oder Monate", sagt Christine Josiger. Die gelernte Krankenschwester ist damals der Bitte gefolgt, neben der Diakonie-Sozialstation einen ambulanten Hospizdienst aufzubauen. Bis heute ist sie dort als Leiterin tätig. 
Der Dienst will Menschen bis zum Tod begleiten und trauernden Menschen beistehen - eine Kernaufgabe von Diakonie und Kirche, die von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bewältigt wird.


Deshalb ist es eine wichtige Aufgabe von Christine Josiger und den Koordinatorinnen Anke Schmidt und Alice Neumeister interessierte Menschen für diese Aufgabe zu Schulen. In mehrmonatigen Hospizbegleiterkursen werden diese Frauen und Männer auf die Sterbebegleitung vorbereitet. "Nicht jeder beendet den Kurs, manche trauen sich dann doch nicht an ein Sterbebett. Doch wir sind froh, ein bisschen stolz, dass wir seit 2002 schon 22 Kurse in zehn Orten des Landkreises und in der Region Saalfeld-Rudolstadt angeboten haben. Derzeit gehören 95 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zum Hospizdienst", sagt Anke Schmidt, die erst kürzlich einen Kurs in Wurzbach abgeschlossen und somit sechs Frauen befähigt hat.


Zusammen mit Helfern der ersten Stunde, wie Anke Neumann, Mitbegründern wie Norbert und Doris Hetterle, Vertretern von Diakonie und Kirche sowie Spendern und Sponsoren wurde nun das 20-jährige Bestehen des ambulanten Hospizdienstes gefeiert. Pfarrer Ramón Seliger aus Weimar und Pastorin Anne Boelter aus Ebersdorf haben den Gottesdienst geleitet. Die Lobpreisband und Reinhard von Thaler sorgten für eine festliche musikalische Umrahmung. Dr. Klaus Scholtissek, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Diakoniestiftung, Pfarrer Matthias Zierold, als Vertreter für die Superintendentin im evangelischen Kirchenkreis, und Allam Hanna, als amtierender Bürgermeister der Stadt Saalburg-Ebersdorf, fanden herzliche Worte, um den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zu danken. Dafür, dass sie darum bemüht sind, jedem in seinem Sterben Wünsche zu erfüllen, in Familien zu vermitteln, um auch die letzte Zeit des Lebens als wertvoll zu erleben. 2021 konnten 128 Menschen auf diesen letzten Weg begleitet werden. Das danken auch immer wieder Spender. Im dritten Jahr in Folge hat die Volksbank 1500 Euro für den Dienst gespendet. Der Scheck wurde zum Fest übergeben.


Nach dem Gottesdienst war zu einem Empfang mit Kaffee und Kuchen geladen. Die vom Hospizdienst vorbereitete Ausstellung mit Bildern, Aussagen zu Abschied und Sterben, Meinungen von Angehörigen, Motivation verschiedener Ehrenamtlicher zeigten auf beeindruckende Weise die Vielfalt dieser Arbeit. Besondere Steine, Kreuze, Bilder einer Ehrenamtlichen und Fakten zum Hospizdienst werden gezeigt und können in den nächsten Tagen im Seniorenzentrum Emmaus angesehen werden. Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 11 und von 14 bis 15 Uhr, Anmeldung und Kontakt zum ambulanten Hospizdienst, Tel.: 036651 - 3989-3989




Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.
Jesaja 53,4 Hebräer 12,3

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