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Andacht zum 1. Adventssonntag, 29. November 2020

Schriftwort: Psalm 24
Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist,
der Erdkreis und die darauf wohnen.
Denn ER hat ihn über den Meeren gegründet
und über den Wassern bereitet.
Wer darf auf des HERRN Berg gehen,
und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?
Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug
und nicht falsche Eide schwört:
der wird den Segen vom HERRN empfangen
und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles.
Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt,
das da sucht DEIN Antlitz, Gott Jakobs.
Macht die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre?
Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit. Macht die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! Wer ist der König der Ehre?
Es ist der HERR Zebaoth; ER ist der König der Ehre.

Liebe Schwestern und Brüder!
An diesem Sonntag beginnt die Adventszeit in diesem so außergewöhnlichen Jahr. Wie werden wir sie erleben? Alles muss ganz anders geplant und durchgeführt werden als in den vergangenen Jahren. Das macht mindestens ebenso viel Mühe wie die ganzen Vorbereitungen und Verpflichtungen der Adventszeit in den "normalen" Jahren. In der ganzen Verunsicherung tut es sehr gut, vertraute Worte zu hören. "Macht die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!" - haben Sie die Melodie schon im Ohr? "Macht hoch, die Tür, die Tor macht weit, es kommt der HERR der Herrlichkeit!" Dieses Lied ist wohl nach wie vor das bekannteste Adventslied überhaupt. Wenigstens die erste Strophe ist den meisten bekannt, die zu Weihnachten einmal in der Kirche waren. Und das Lied führt uns mit den Worten des Psalms zur Botschaft des Advent, die immer und überall gilt - unabhängig jeder gesellschaftlichen Situation, ungeachtet jeder Pandemie oder was sie sonst zu überdecken scheint: der HERR selbst kommt in die Welt! - Das ist die Botschaft im Advent. ER kommt zu uns! Wie das geschehen wird, beschreibt der Beter des Psalms in einem festlichen Bild. Er stellt uns einen feierlichen Gottesdienst vor Augen. Der Tempel ist geschmückt, die unübersehbar große Gemeinde ist versammelt, weil der HERR in SEIN Heiligtum einzieht, Wohnsitz nimmt. Ist bei uns doch nicht viel anders, wenn wir an Weihnachten denken, oder? Die Kirchen festlich geschmückt, die Sitzplätze reichen nicht aus für die zahlreichen Gäste. Jede und jeder weiß, worum es geht und was gesungen wird, so ungefähr jedenfalls, die Stimmung ist emotional aufgeladen. Das wird sicherlich auch in diesem Jahr nicht viel anders, mal abgesehen von den erforderlichen Regeln und Konzepten.

Der HERR kommt zu uns und es gibt ein großes Fest. Der Psalmbeter fragt zur Vergewisserung noch einmal nach: Wer ist der König der Ehre, der da in SEINEN Wohnsitz einzieht?. Wissen wir doch, denken wir. Der HERR eben, das Kind, Jesus halt, mit Maria und Josef im Stall, die Krippe und so weiter. Engel drum herum und Hirten, die das Kind anbeten. Ach so, die Könige natürlich nicht vergessen. Einfach schön und anrührend, das ganze Bild - besonders, wenn es als Krippenspiel aufgeführt werden kann.

Wer ist der König der Ehre? - fragt der Beter des Psalms und ihm steht unser vertrautes Krippenbild nicht vor Augen. Er stellt klar: Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR mächtig im Streit. Mächtig im Streit? Was für eine Behauptung! Ist ER nicht das niedliche Neugeborene in der Futterkrippe? Oder der Bräutigam, den die Tochter Zion erwartet? Der Freund, der ihr Herz voll Freude springen lässt? Das hören wir doch lieber, oder? Wer ist also dieser König? Wie ist ER? Wollen wir ohne Umwege sofort zu unserem vertrauten Weihnachtsbild durchstarten oder bleiben wir zum Beginn des Advents bei der Antwort des Psalms? Halten wir es aus, dass Advent Advent ist und nicht schon Weihnachten?

Würden wir ja, wenn das Bild des Psalms vom König der Ehren ein wenig friedlicher, anheimelnder und weniger missverständlich wäre. Der HERR ist stark und mächtig im Streit, sagt der Psalm. Wie viele haben das im Laufe der Geschichte gesagt und sagen es heute immer noch: Gott ist mächtig im Streit - und sie meinen für ihre eigenen Interessen, für ihre eigene Weltsicht. Dabei kann "Streit" auch "Krieg" bedeuten. In den Weltkriegen haben christliche Geistliche Waffen und Soldaten vor den mörderischen "Feldzügen" gesegnet. Heute behaupten Terroristen Gotteskämpfer zu sein. Der HERR ist stark und mächtig im Streit. Der Beter des Psalms weiß, wie schnell das missverstanden und missbraucht werden kann. Deshalb beschreibt er die Macht des HERRN genauer: Ein Gerechter ist ER, ja, die Gerechtigkeit selbst: Wir werden die vertrauten Weissagungen in den nächsten Wochen wieder hören: Von dem Reis aus der Wurzel Jesse, vom Licht, das über dem Volk aufgeht, das im Finsteren wandelt. Gerechtigkeit ist SEINE Macht, die wie ein zarter Spross nach oben wächst und Licht ist in der Finsternis.
Eine ganz andere Macht also als die, die wir für gewöhnlich erwarten. Kein Trommelwirbel, keine Truppenparade, wenn ER kommt. Gerechtigkeit wird einziehen, nicht mehr aufzuhalten, weder mit Meinungsmache noch mit juristischen Winkelzügen, weder mit Geld oder Beziehungen oder Gewalt. ER ist stark und mächtig und es wird endlich gerecht zugehen in dieser Welt, wenn ER einzieht. Die Gerechtigkeit ist die Voraussetzung für einen wirklichen Frieden. Deshalb nennt der Prophet den Mächtigen im Streit auch Friedefürst. Der Friedenskönig: Genau den brauchen wir in unserer Welt! Möge er doch bald kommen!

Advent heißt Ankunft - und ist die Vorbereitungszeit für Weihnachten. Wissen wir doch, sagen Sie. Was der Psalmbeter dazu sagt, haben Sie sicher vorhin gelesen, oder? All das, was vor dem "Macht hoch, die Tür…" kommt? Worauf es bei der Vorbereitung zuallererst ankommt? Das innerliche Aufräumen, Sortieren, Ablegen, Durchlüften. Wofür sonst kaum Zeit bleibt im allgemeinen Trubel, aber vielleicht gerade in der Adventszeit dieses Jahres. Amen

Gebet:
HERR unser Gott, wir danken Dir, dass Du zu uns kommst, um uns von unserer Erdenschwere zu erlösen. Komm auch zu denen, die nichts von Dir erwarten.

HERR, unser Gott, wir bitten Dich für die Verunsicherten und Unzufriedenen, die keine Freude mehr empfinden können. Kehre bei ihnen ein.

HERR, unser Gott, wir bitten Dich für die Menschen, die in diesen Tagen besonders gefordert sind, die in dieser schwierigen Zeit ihren Dienst tun - stärke und bewahre sie.

HERR, unser Gott, wir bitten Dich um offene Augen, mit denen wir auch in diesen Tagen des so ungewöhnlichen Advents Zeichen Deiner Nähe entdecken. Hilf uns, die Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen im Blick zu behalten und schenke uns helfende Hände.
Amen

Beten wir das Vaterunser:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit
Amen

Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
AMEN

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Ich traue auf den HERRN. Wie sagt ihr denn zu mir: Flieh wie ein Vogel auf die Berge! Jesus spricht: Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Psalm 11,1 Johannes 14,27

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