
1842 auf einem
abgebrannten Vorgängerbau neu errichtet.
Walker-Orgel von 1933, Glasfenster und ein Altarbild von 1923.
An der Südseite der Kirche Grabsteine der Hirschberger
Schlossherrschaft.
Zuständiges Pfarramt: Ev. - Luth. Kirchgemeinde
Hirschberg
Kirchplatz 7
07927 Hirschberg
Tel.: 036644/ 22441
Gottesdienste: sonntags 9.00 und 10.30 Uhr im
Wechsel
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HIRSCHBERG - St. KATHARINA (
aus dem Buch "Kirchen im Oberland"
von Peter Weiss, Berlin 1988)
Landschaftlich überaus reizvoll gelegen,
empfängt uns das Städtchen mit einem eindrucksvollen
Ensemble von Gebäuden. Hoch über der Stadt steht das
Schloß, dessen Anlage noch den wehrhaften Charakter der alten
„Reichsveste“ ahnen läßt, obwohl von den
Verteidigungsanlagen lediglich Reste erhalten sind. Ihr zu
Füßen am Burgberg liegt die Stadtkirche. Als sie nach
dem großen Brand von 1835 neu erbaut wurde,
führte man sie in unverputztem Bruchsteinmauerwerk auf. Dabei
wurde dunkler Diabas verwandt, so daß die Kirche ein
düster-strenges Aussehen erhielt. Der Haupteingang liegt unter
dem Turm, der zu imposanter Höhe aufsteigt. Diesem Turm
entspricht auch den großzügig angelegte Innenraum. Die
drei Emporen, von denen sich fragen läßt, ob sie
wirklich in dieser kleinen Stadt mit damals 1800 Einwohnern
gebraucht wurden, sorgen für eine klare Gliederung der
Wände. Die sie tragenden Holzständer sind mit Stuck
überzogen und wirken so wie Säulen, die dem Raum den
Charakter einer dreischiffigen Halle geben. In den
Brüstungsfeldern sind Cherubenköpfe der einzige Schmuck.
Das Hufeisen der Emporen läßt an der Ostseite Platz
für den freistehenden, der Größe des Raumes
entsprechenden Kanzelaltar, dessen bewußt schlichte,
klassizistische Form durch vergoldete Ornamente geschickt betont
wird. Rechts und links von ihm leuchten zwei Glasfenster. Sie
zeigen den Auferstandenen mit dem Bibelwort: „Ich lebe und
ihr sollt auch leben“, sowie den Herrn in der Haltung des
berühmten einladenden Christus von Thorwaldsen mit dem Wort:
„Selig sind die Toten, die im Herrn sterben, denn sie ruhen
von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach.“ Zwischen
diesen Fensterbildern steht über dem Altartisch ein etwas
gefühlvolles Bild der Beweinung des toten Jesus. Das ist
der ganze Bildschmuck der Kirche. Durch diese Sparsamkeit erhalten
die Bilder natürlich großes Gewicht. Ergänzt durch
dunkle Farbtöne der Ausmalung und gedämpfte Helligkeit
sollen dem Betrachter Tod und Auferstehung auch
gefühlsmäßig nahegebracht werden. Es ist zu
verstehen, daß die Gemeinde ihre Kirche liebt.
Der Taufstein, sechsseitig und mit drei
Cherubenköpfchen geschmückt, ist sehr lebhaft bemalt. Der
hölzerne Taufsteindeckel hat eine stilisierte Ananasfrucht als
Knauf, ein Sinnbild für die Süßigkeit des
Christenstandes, zu dem uns die Taufe beruft.
Die Geschichte Hirschbergs verlief wechselhaft.
Nachdem das alte Reichsgut im 13. Jahrhundert zeitweilig in die
Hände der Vögte von Weida und Plauen kam, gehörte es
von 1359 bis 1664 der kaiserlichen Krone, die es an verschiedene
Fürstenhäuser als Lehen vergab. Schließlich wurde
es von Heinrich X. Reuß gekauft und der Herrschaft Lobenstein
einverleibt. Die Einführung der Reformation geschah 1529 von
Hof her.
Auch ein kirchengeschichtlich bedeutsames Datum verbindet sich mit
Hirschberg. Vom 1. bis 12. Juli 1745 hielt Nikolaus Graf von
Zinzendorf im Hirschberger Schloß eine Synode der
Brüdergemeine ab.
Eine ehemals vorhandene Nikolauskapelle wurde schon
vor der Reformation abgerissen, eine Katharinenkapelle bei der
Errichtung des Vorgängerbaus der jetzigen Kirche 1774
wegen Baufälligkeit abgetragen.
Zwei kleine Ortsteile werden von Hirschberg aus
kirchlich versorgt, Juchhö, das politisch zu Venzka
gehört, und Kuhmühle.