Kirche MöschlitzLink zu Möschlitz: www.moeschlitz.de

Möschlitz - St. Severus


(aus dem Buch "Kirchen im Oberland"
von Peter Weiss, Berlin 1988)

Möschlitz ist sicher viel älter als seine erste urkundliche Erwähnung. Eine frühgeschichtliche Wallburg soll in der Richtung nach Schloß Brugk be­standen haben. In der berühmten Sage vom Druidenzug durch das Lobensteiner Land im 6. Jahrhundert wird es als Meiselitz erwähnt, doch hat eine Sage keine Beweiskraft.

Schon früh war Möschlitz ein stattliches Dorf, und es scheint, als ob nur die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges die Stadtwerdung des Ortes verhindert haben. Denn Möschlitz besaß schon in alter Zeit zwei Märkte und erhielt 1621 eine Münzstätte für die Herrschaft Burgk. In der Reformationszeit wurde es zeitweilig sogar zum Sitz einer Superintendentur für die Dörfer des Schleizer Landes.

1820 und 1875 brachen große Brände im Dorf aus. Dem letzten fiel auch die Kirche zum Opfer. Sie war wahrscheinlich eine Gründung der Deutschherren. 1877 wurde sie völlig neu wieder aufgebaut. Lediglich in der Apsis, dem kleinen Altarraum, steckt noch altes Mauerwerk. Wie schwer den Möschlitzern der Neuaufbau fiel, zeigt die Tatsache, daß der Außenputz schon nach 25 Jahren gänzlich erneuert werden mußte. Man hatte aus Kostengründen nur minderwertiges Material verwenden können. Zum Glück war wenigstens der Turm erhalten geblieben. Seinerzeit hatte man ihn 1721 in einem Jahr erbaut. 1820 gelang es beherzten Gemeindegliedern, den schon brennenden zu retten und das Feuer zu löschen.

Innen reicht die Decke des Kirchraumes so hoch, daß das Holzwerk des Dachstuhls großenteils frei liegt. Die sichtbaren Balken sind deshalb beschnitzt, besonders reichlich die Balkenköpfe, alles in der Art, die man Ausgangs des vorigen Jahrhunderts als „altdeutsch“ empfand. Leider wurden die Hölzer später mit weißer Farbe gestrichen, wodurch die Kirche zwar überaus hell wird, das Holz aber an Wirkung verliert.

Die Emporen, das Gestühl, Kanzel, Altar, Taufe sind dazu passend ganz einheitlich ausgeführt. Den sonst völlig bildlosen Raum beherrscht das Altarfenster von 1877 mit der Darstellung der Auferstehung des Herrn nach Matthäus.

Im Turm rufen drei Glocken von 1920 zum Gottesdienst. In der kleinen Eingangshalle unter dem Turm steht als Mahnmal für die Opfer der Weltkriege eine Stele von Friedrich Popp, ein kreuztragender Christus von ruhiger, strenger Haltung.

Pfarramt:
Ev. Luth. Kirchgemeinde Möschlitz

07907 Möschlitz, Burgker Str. 6,
Tel (03663) 420717
Pfarrer Kai Weber

Foto: U. Enderlein, Schleiz